500 Gramm Mars bitte!

von Hannes am 25/07/2013

Lacuna Passage

Eigentlich halte ich mich mit Werbung immer arg zurück, aber hier ist es dann doch mal angemessen. Auf Kickstarter sammelt gerade eine Indie-Bude Geld um ein realitätsnahes Spiel zu bauen, in dem man sich auf dem Mars bewegen kann! Wer mich kennt weiß, dass ich auf das ganze Raumfahrtzeug ziemlich abgehe, also auch auf Lacuna Passage.


In letzter Zeit habe ich alles was es so neues in Sachen bemannte Raumfahrt gibt aufgesogen wie ein Schwamm, war früher utopisches SciFi höchst interessant und spannend, so bin ich heute umso mehr vom Hier und jetzt begeistert. Ja, wir haben den Mars noch nicht betreten, aber es liegt in greifbarer Nähe. Was früher der Mond war und wohl tausende Menschen inspirierte, was schließlich in der Mondlandung resultierte, ist heute der Mars. Ehrlich gesagt würde mir bei einer erneuten Mondlandung auch schon die Düse gehen, aber ja, der Mars ist noch lockender. Daher finde ich Computerspiele die sich mit der Thematik der aktuell möglichen Raumfahrt befassen sehr spannend und bin geradezu euphorisch bei solchen Neuentwicklungen. Wir normalen Menschen, die wir nicht in den Weltraum fliegen können weil wir physisch dazu nicht in der Lage oder zu dumm sind, oder wie ich beides, haben durch solche Spiele eine Möglichkeit dieser Leidenschaft und Faszination doch einen Schritt näher zu kommen. Und wer wie ich kopfcineastisch veranlagt ist, hat gleich noch viel mehr davon:

Langsam öffne ich die Augen, begleitet von einem regelmäßigen Pieps-Ton den ich noch nicht einschätzen kann. Was war passiert? Saß ich nicht gerade eben noch in der Raumkapsel im Landeanflug auf den Mars?
Ich sehe roten Sand vor mir, in der Ferne irgendwelche Metallteile, langsam wird meine Sicht schärfer und ich erkenne die Trümmer der Landekapsel. Dann wird es mir bewusst, wir müssen abgestürzt sein. Der Pieps-Ton aus meinen Helm-Lautsprechern wird schlagartig schneller – es ist mein Herzschlag der von den Biosensoren übertragen wird. Langsam richte ich mich auf, horche in mich, scheinbar bin ich mit ein paar Prellungen davon gekommen. Ich versuche mich zu beruhigen und besinne mich auf die trainierte Notfallprozedur. Ist mein Anzug noch dicht? Habe ich genug Luft? Funktionieren alle Sensoren richtig? Puh – Glück gehabt. Mein Tablet scheint auch noch zu funktionieren. Ich erhebe mich vorsichtig und versuche mich zu orientieren. Laut den Daten des Tablets bin ich zwei Kilometer vom geplanten Landeplatz entfernt abgestürzt. Das bedeutet zwei Kilometer Fußmarsch bis zum Servicemodul, in einem Druckanzug, auf unbekanntem Terrain. Auf der Erde wäre das kein großes Problem, aber auf dem Mars?
Ich gehe zu den Trümmern der Landekapsel und kontrolliere ob noch jemand überlebt hat. Der Funk ist kaputt, von hier aus kann ich niemandem sagen, dass ich noch lebe. Schweren Herzens entschließe ich mich für den Fußmarsch, nur das Nötigste nehme ich mit. Wenn alles gut geht, kann ich später zurück kommen. Meine toten Kollegen lasse ich zurück, würde ich sie jetzt begraben, würde ich es selbst nicht mehr bis zur Basis schaffen.
Ich markiere die Absturzstelle in meinem Tablet als Landmarke, und die Basis als Ziel, das Helmdisplay bietet mir entsprechende Laufwege an. Mehrere Stunden dauert der Fußmarsch und nimmt mich nicht nur körperlich mit. Die Stille und Einsamkeit, gestrandet auf einem fremden Planeten, sind beklemmend, Angst und Sorge machen sich breit. Langsam beginnt es zu dämmern, ich schalte die Helmscheinwerfer ein, die die Marsoberfläche noch fremder erscheinen lässt.
„In 200 Metern, sie haben ihr Ziel erreicht.“ – Der Computer reißt mich aus meinen Gedanken. Vor mir sehe ich die Basis, sie scheint intakt zu sein. Erleichtert atme ich durch, als ich die Luftschleuse betrete und die Hebel und Schalter für den Druckausgleich betätige. Die Druckanzeige schaltet auf grün um und ich nehme den Helm ab. Es tut gut ohne den Helm atmen zu können.
Ich fahre die Computer der Basis hoch und funke meine Situation zur Erde – es folgen Minuten der Stille, nur das Surren der Systeme und mein Herzschlag sind zu hören – dann endlich die Antwort. Ich schildere meine Lage, danach nehme ich mir eine der Notrationen und lege mich in eines der Betten. Während ich esse, schreibe ich das Missionslog. Bevor ich erschöpft einschlafe lege ich mir noch meine Lieblingsmusik auf die Ohren, genug Mars für einen Tag.

Lacuna Passage Basis

So oder so ähnlich stelle ich mir die ersten Spielstunden von Lacuna Passage vor, mal sehen was eine zehn Mann Indie-Bude aus dem Stoff binnen eines Jahres machen kann. Da das Spiel auf Realismus setzt, wandert man also nicht nur auf dem Mars rum, es geht ums Überleben! Habe ich genug Luft? Esse ich genug? Dies sind nur zwei der Aspekte die im Spiel großen Einfluss haben. Zudem werden Originalaufnahmen von Sonden verwendet um das Terrain des Spiels zu erzeugen. Man wird also hoffentlich das Gefühl bekommen, dass man auf dem Mars und nicht nur auf irgendeinem roten, sandigen Planeten steht – nicht dass ich es groß unterscheiden könnte.
Die Ausrüstung die man zur Verfügung hat soll sich dabei an einem Stand orientieren den auch Marsmissionen in hoffentlich naher Zukunft hätten.

Wären dies nicht schon genug Gründe dieses Projekt zu lieben kommt auch noch hinzu, dass es mit der Unityengine entwickelt wird, also auf Windows, Mac und Linux gleichermaßen laufen wird. Der Kickstarteraufruf läuft noch ein paar Tage und wer auf das Genre „Weltraum-Realismus-Erkunden-und-Überleben-Simulation“ genau so steil geht wie ich, dem kann ich Lacuna Passage nur wärmstens empfehlen, viel fehlt auch nicht mehr im Topf!

Die Bilder entstammen dem Lacuna Passage Presse Kit

Wenn der iframe zur Kickstarterseite nicht nachladen will – wie bei mir gerade – dann bitte hier klicken für weitere Infos: http://kck.st/13mqFLo

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