Das Tablett
mit 6 Kommentaren
Am Mittwoch hat Apple nun endlich das lang erwartete iPad vorgestellt. Es folgen unsere unqualifizierten Meinungen zum Thema.
Hannes
Als Steve Jobs auf der Keynote das iPad vorgestellt hat, hat er leider vor Aufregung vergessen das iPad 3GS zu präsentieren.
Das iPad 3GS ist eine tolle Sache. Es ist mal wieder ein zukunftsweisendes Produkt vom kalifornischen Obsthändler Apple, das die Arbeit mit dem Computer revolutionieren wird.
Im Gegensatz zum iPad für den Heimgebrauch ist es zwar etwas dicker und wiegt ein paar Gramm mehr, dafür hat es aber auch deutlich mehr unter der Haube. Das iPhone OS wurde hier durch ein optimiertes Mac OS X ersetzt, passend zur geringeren Größe des iPad trägt es den Namen “Siam Cat”.
Auch an Anschlüssen wurde nicht gespart, zusätzlich zum altbewährten Dock Connector verfügt das iPad 3GS über einen DVI Anschluss um einen externen Monitor oder Beamer benutzen zu können. Einen Gigabit-LAN-Port für kabelgebundenes Netzwerk und einen USB- Port zum Anschluss weiterer Geräte nennt es ebenso sein eigen.
Das iPad 3GS ist für den Business Bereich konzipiert, durch die Möglichkeit einen Beamer anzuschließen eignet es sich optimal für Präsentationen, durch Wischen über den Touchscreen kann man problemlos über viele Folien navigieren. Auch Videokonferenzen sind kein Problem, da das neue iPad 3GS über eine integrierte Videokamera verfügt.
An Künstler, Designer wie auch an technische Zeichner hat Apple gedacht, so reagiert der Touchscreen des iPad 3GS nicht nur auf Fingerdruck, sondern um akkurater mit Photoshop zeichnen zu können auch auf einen speziellen Stift, den man praktisch im Gerät verschwinden lassen kann, wenn man ihn nicht mehr benötigt.
So viele tolle Dinge haben natürlich auch ihren Preis, das iPad 3GS kostet zwar das doppelte des iPad 3G, aber gerade für Firmenkunden ist es dadurch immer noch ein innovatives und lukratives Produkt.
Meiner Meinung nach sollte es in keinem feuchten Traum eines jeden technikaffinen Büromenschen fehlen.
Ben
Die Menschen sind sich weitestgehend einig: Das “iPad” sind eigentlich nur fünf aneinandergeklebte iPod Touch’ , keine Revolution.
Zu groß für die Hosentasche und zu schlecht ausgestattet für einen richtigen Computer. Kein USB-Anschluss, kein HDMI, kein Blu-Ray oder DVD-Laufwerk, kein Flash und vor allem kein vernünftiges Betriebssystem. Das iPhone OS mag für ein Telefon funktionieren, aber nicht für einen Computer.
Die Menschen haben nicht ganz unrecht, sind aber trotzdem Idioten!
Denn das spannende am iPad ist nicht das Gerät selbst, das spannende am iPad ist der Einsatz des iPhone Betriebssystems.
Computer haben in den letzten 30 Jahren eine solche Verbreitung erfahren wie kaum ein technisches Produkt zuvor, ja, unsere ganze Gesellschaft ist inzwischen von ihnen abhängig geworden. Doch obwohl wir tagtäglich mit ihnen umgehen, hat sich die Struktur ihrer Bedienung seither kaum verändert. Selbst moderne Betriebssysteme benutzen extrem abstrakte Konzepte wie Ordnerstrukturen, verschachtelte Menüs, verschiedenste Schaltflächen und ein Eingabegerät, bei dem man Armbewegungen auf einen Pfeil überträgt, um mit diesem Bildschirmobjekte zu manipulieren.
Der Einsatz von iPhone OS, einem Betriebssystem, das dem Nutzer eigentlich nur seine Programme, seine Apps, zeigt und selbst auf so fundamentale Dinge wie das Kopieren von Dateien verzichtet, ist ein mutiger Schritt und macht vor allem eines deutlich: Unsere Vorstellungen davon, wie ein Computer zu sein hat, bedürfen einer grundlegenden Reform. Computer sind eben längst keine Geräte mehr für Menschen, die ihre Technik durchdringen möchten, sie haben den Anspruch, Werkzeuge für jedermann zu sein. Einfach darauf zu hoffen, dass die kommenden Generationen den Umgang schon lernen werden, ist kurzsichtig. Nicht jeder ist technologiebegeistert und ich selbst möchte in 30 Jahren keinen VHS-Kurs belegen müssen, um Windows Holodeck Edition nutzen zu können.
Internet, Email, Fotos, Musik, Video, Spiele, Textverarbeitung… das iPad kann die wichtigsten Nutzungsbereiche im Alltag abdecken ohne das Erfolgsmodell der Spielekonsolen (einschalten und loslegen) verlassen zu müssen. Vor allem Nintendos Konsolen (Wii und DS) zeigen, wie wichtig intuitive Bedienkonzepte sind, um Menschen digitale Inhalte näher zu bringen und wie nebensächlich technische Features und komplexe Oberflächen sind.
Vielleicht ist das iPad nicht die erhoffte Revolution, vielleicht ist es kein Gerät für mich oder für dich, aber es ist die bisher beste Idee eines Alltagscomputers. Ich wünsche ihm den größtmöglichen Erfolg.




Volle Zustimmung für Ben, auch wenn Hannes Text lustiger zu lesen ist.
Das iPad ist das perfekte Gerät für Menschen, die gerne mal dieses Internet benutzen möchten, für die aber ein “richtiger” PC mit seinen tausend Anschlüssen und Knöpfen, sowie meist zwei seperaten Eingabegeräten zu kompliziert ist. Solche Menschen wollen auch keinen DSL Anschluss einrichten und ihr WLAN konfigurieren, sondern 15$ zahlen, einschalten und los surfen.
Ich habe meiner Mutter Firefox, Thunderbird und Open Office installiert und erklärt. Sie ist jetzt mehrmals die Woche online, benutzt den PC also regelmäßig, versteht aber den ganzen Kram drumherum (Datenstruktur, Ordner, Formate) nicht und warum sollte sie auch. Das ist komplizierter Kram, den man als durchschnittlicher Nutzer nicht braucht. Wenn sie ein iPad hätte und das Ding einfach mit einem Drucker verbinden könnte (die leckeren Kochrezepte wollen ja ausgedruckt werden), dann könnte sie den klobigen Rechner und den Bildschirm aus dem Fenster werfen und wäre genauso glücklich.
Das Gerät einfach mit in die Küche nehmen
Drucken ist aber definitiv etwas, das sie anscheinend übersehen, oder zumindest noch nicht kommuniziert haben. Netzwerk- oder Bluetoothdrucker-Support sollte ja eigentlich kein Problem sein.
Eben wozu gibts LAN Drucker die man an den Rooter anschleßt, Um so ein Gerät in der Küche liegen zu haben während ich da arbeite, wäre es mir zu teuer und wertvoll
Wobei wir aber auch wieder bei evtl. komplizierten Einstellungen sind. Das Drucker, Wlan und iPad sich gut verstehen ist ja nicht selbstverständlich. Da wäre so ein simpler USB Stecker die einfachste Lösung.
Aber das ist eh alles nur ein Gedankenexperiment. Welcher Laie kauft sich ein Gerät für 500$? Die nehmen trotzdem das billigere Netbook.
Laien kaufen auch das iPhone, obwohl es das teuerste Gerät im Laden ist.
Der Vorteil den das iPad gegenüber den Netbooks hat: Es ist ein ganz anderes Gerät. Es ist schicker, portabler und ganz anders zu bedienen. Im Gegensatz zur Mac vs. PC-Debatte ist der Preis also für den Laien nicht das einzige Unterscheidungskriterium. Und ob andere Multitouch-Tablets so schnell die 500$ massiv unterbieten können? Ich vermute dass selbst Apple hier deutlich unter ihrer üblichen Marge bleibt.
Was das Drucken angeht:
Das Kernproblem dürften die Treiber sein. Anders als Displays oder Tastaturen kann man Drucker nicht einfach so (vernünftig) ansprechen. Ich kann mir zwar vorstellen dass man das Problem lösen kann (on-demand Download der Druckertreiber), aber so völlig trivial ist das nicht, wenn man den Benutzer damit nicht belasten möchte und verhindern will, dass Drittanbietersoftware so tief ins System gelangt, wie das ein Treiber tun müsste.
Stimmt schon, muss man mal abwarten was sich da so in den nächsten Wochen tut.