Archiv der Kategorie' "Die Vergangenheit"

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Zeug des Jahres

5/01/2013

zeug-des-jahres-2012

Die Neujahrsfeierlichkeiten sind vorbei und sämtliche imaginären Geister wurden unter Tonnen von Sprengstoff und Alkohol begraben – die letzte Chance, sich in die obligatorischen Jahresrückblicke einzureihen und die Preise für das beste Zeug des Jahres 2012 zu vergeben.
Beginnen möchte ich mit der besten Gastautorin des Jahres.
Es gab keine.
Blöd.
Nun gut, dann küren wir schon einmal die beste Gastautorin des Jahres 2013: Die feine Frau Scheinprobleme, die zu diesem actionreichsten aller Jahresrückblicke zwei Kategorien beigesteuert hat. Dankeschön!
Aber nun, zur Sache!

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Die Brüste der Lara C.

15/06/2012

Zufällig ausgewählte Streifen aus Tomb Raider Boxart

Im Folgenden geht es um Sexismus in Videospielen, das ist kein hübsches Thema. Wer etwa sensibel auf frauenfeindliche Zitate reagiert, sei hiermit vorgewarnt. Pöbel-Kommentare fliegen raus.

Als Super Mario zum ersten mal aufbricht um Princess Peach vor dem großen bösen Affen Donkey Kong zu retten, bedient sich Spieledesigner Miyamoto bei existierenden Motiven und und kulturellen Codes. Geschichten von Frau und Bestie finden sich es seit Jahrtausenden in Sagen und Märchen und die Parallele zu King Kong ist mehr als offensichtlich. Auch wenn der kleine Herr im Blaumann und die Dame im rosa Kleidchen ihre Namen erst später bekommen, ihre Rollenverteilung ist schon 1981 klar und legt den Grundstein für jedes Videospiel, das darauf folgt. Die Männer sind die Akteure, Frauen sind Opfer, Beute und Belohnung. Ganz egal ob alt oder neu, Blockbuster oder Indiegame, ob Shooter oder Adventure, ob für Kinder oder Erwachsene, ob Top–10 oder Grabbelkiste. Jedes Videospiel, OK, jedes bis auf Tetris.

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Das Internet

19/05/2012

Im Ostdeutschland der späten 90er aufzuwachsen war eine harte Prüfung.
Aus Überheblichkeit und mangelnder Weitsicht hielt man es nach der Wende für eine gute Idee, die desolate Infrastruktur der neuen Bundesländer nicht einfach zu renovieren. Nein, man wollte es gleich richtig machen. Glasfaser musste her, die Technologie der Zukunft! Dumm, dass die Breitbandtechnologie die sich in den kommenden Jahren durchsetzen würde, genau jene alten Kupferleitungen benötigte, die man im Übereifer aus dem Boden gerissen hatte.

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Kino, historisches

13/02/2012

Restaurant

Zu den großen Geheimnissen, die von Neurobiologie und Genforschung bisher noch nicht gelöst wurden, gehört das Geheimnis der Genealogie. Ab einem bestimmten Alter beginnen Menschen urplötzlich, sich für ihre Ahnen zu interessieren. Sie durchstöbern alte Archive, tragen die gesammelten Daten akribisch in Diagramme ein und überfallen ahnungslose Verwandte bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit mit ihren neusten Erkenntnissen. “Wusstest Du, dass deine Ur-Ur-Uroma siebten Grades auf einem polnischen Gutshof Butterbrote geschmiert hat?” Irgendwann wird es auch mich erwischen, bis dahin sei mir ein demonstratives Verdrehen der Augen gestattet. Das Erstellen von Stammbäumen um ihrer selbst willen ist zwar das Langweiligste, mit dem der historisch interessierte seine Zeit verschwenden kann, dies schließt jedoch nicht aus, dass derlei Forschungsarbeit auch spannende Fundstücke zu Tage fördern kann. So muss meine Verwandtschaft im frühen 20. Jahrhundert nicht nur im Besitz eines Kolonialwarenladens mit angeschlossenem Ausflugslokal gewesen sein, sondern im Saal dieses Lokals auch ein Kino betrieben haben. Aus dieser Zeit wollte ich ein kleines Fundstück ins Internet stellen:

Vielleicht noch ein paar Sätze: Das Programm stammt aus dem Jahre 1915. Für Europa bedeutet das vor allem der erste Weltkrieg, für die Filmgeschichte immerhin Griffiths “Birth of a Nation”. Nach großer Filmgeschichte klingt nun keiner der Programmtitel, aber es ist trotzdem ein kleiner Einblick darin, wie das Kino in seiner Frühphase funktioniert hat.

Über die Filme selbst konnte ich nicht viel in Erfahrung bringen, um ehrlich zu sein eigentlich gar nichts. “Gebrochene Schwingen” scheint aus dem Jahr 1913 von der “Messter Film GmbH Berlin” zu stammen (die ab 1914 auch die ersten deutschen Wochenschauen produziert hat), der Film selbst ist mit großer Wahrscheinlichkeit verloren gegangen. Das ist für Filme der Stummfilmära leider nicht ungewöhnlich, so listet die Seite Lost Films der Deutschen Kinemathek fast 700 weitere verschollene Werke aus dem Jahre 1913 auf, insgesamt umfasst die Datenbank etwa 3500 Titel. Von den (vermutlich) kleineren Filmen wie “Das Millionen Dienstmädchen” oder “Julius hat keine Courage” kann ich nicht mal eine Verlustmeldung finden. Die einzige Chance hier überhaupt noch ein paar Details in Erfahrung zu bringen wäre eine aufwändige Archivrecherche in den Karteien der damaligen Zulassungs- bzw. Zensurbehörden, die leider nicht online einsehbar sind.

Beim Kinoprogramm handelt es sich um den Scan einer Fotokopie, das Original war leider nicht aufzufinden. Das Bild des Lokals im Header ist tatsächlich der Ort an dem das Kino betrieben wurde, abgebildet auf einer Postkarte (die vermutlich ein paar Jahre jünger ist als das Kinoprogramm). Das Urheberrecht dürfte ausgelaufen sein.

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Go and praise someone else’s brat!

24/12/2010

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Das Genie

27/09/2010

Goethe/Schafer Mashup

Hätte die Actionbude Untertitel, so würde dieser Lauten “Das Genie – Fels der Entscheidung oder wie ich zum vierten mal das gleiche Spiel spielte”.

Ist schon bei einem Buch nicht ganz klar, wie viel Arbeit der Autor selbst geleistet hat und was Lektorat, Verlag und Marketing zum Werk beitragen, verschwimmt der Autor bei medialen Großprojekten wie Filmen und Videospielen vollkommen. Natürlich schreibt man dick “Tarantino” auf den neuen Nazifilm, aber was ist mit den 500 anderen Entscheidungsträgern, vom Produzenten bis hin zum Beleuchter die direkt das Ergebnis beeinflussen? Gibt es den vielbeschworenen Tarantino-Stil überhaupt, und wenn ja, was bleibt von ihm am Ende übrig? Ist die Sehnsucht danach, ein Werk genau dem einen Autoren, dem “Genie” und seinem unverkennbaren Stil zuschreiben zu können, nicht völlig überholt?
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redbirdx

21/08/2010

DDR-Plattenbau und Quake Live

In diesem Artikel geht es um Spiele aus der “Quake”-Reihe. Einige Titel dieser Reihe sind in Deutschland indiziert, es gilt das Vertriebs- und Werbeverbot, an das wir uns halten müssen. Wenn im Text “Quake” genannt wird, ist dies als Kurzform für den Titel “Quake Live” zu verstehen. Wir sind schreibfaul und finden Blut und herumfliegende Körperteile im übrigen eher langweilig.

Ich habe vorhin, mehr so aus Zufall, ihr wisst ja wie das mit den Links ist, sie müssen geklickt werden, ich habe also vorhin die Liveübertragung eines “Quake Live”-Spieles gesehen. “Quake Live”, das ist jene Art von gradlinigem 3D-Geballer die man in den Einspielern irgendwelcher Diskussionen zum Thema Killerspiele so gerne zeigt. Man rennt wie wild durch die Gegend, ballert mit dicken Knarren aufeinander und wer besser zielt und die besseren Reaktionen hat, der gewinnt… dachte ich zumindest. Doch was ich da gesehen habe, das war nicht das Quake das ich kannte, das war etwas anderes. Das war nicht jenes Quake, das mir zum ersten mal die Faszination der 3D-Grafik nahegebracht hat und es war nicht das Quake, für das ich und mein bester Kumpel einen Sommer lang fast täglich nach Schulschluss einen Klassenkameraden besuchten, mit dem wir sonst eher wenig zu tun hatten.
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Die einsame Inselgruppe

4/05/2010

riv-n

Was heute der Begriff “Web 2.0″ ist, war in den frühen Neunzigern “Multimedia”. Ausgehend von einer eher un-spannenden Technologieevolution (Pentium-Prozessoren, CD-Rom…) wurde der Begriff in den Massenmedien schnell zu einer Projektionsfläche für die revolutionären Erwartungen an Computer- und Unterhaltungstechnik. Myst war diese Revolution, oder verkaufte sich mit 9 Millionen Exemplaren zumindest als solche. Echte Töne, beinahe fotorealistische Computerbilder, eine auf die Maus fixierte Steuerung und Datenmengen, die man damals nur auf CD-Rom ausliefern konnte.
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Kurzrezensionen

25/04/2010

kurze Rezensionen

Triangle (Horrorfilm, UK 2009)

Triangle PosterTriangle ist einer dieser kleinen Horrorfilme, die auf ein bis zwei guten Ideen basieren. Die Kulisse, ein verlassenes Dampfschiff, ist eine davon, die andere möchte gerne die Idee mit der Zeitschleife sein. Dumm nur, dass der Autor diese so unglaublich clever findet, dass er darüber die Motive seiner Figuren ganz vergessen hat.
Für Leute, die überbelichtete Einstellungen mögen.

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Morgen wird alles besser

17/04/2010

Ist es möglich, dass Videospiele nicht in der Gegenwart existieren können?

Es scheint nur zwei legitime Betrachtungsweisen von Spielen zu geben. Entweder das Ereignis “Spiel” liegt schon in der Vergangenheit, es ist erschienen und durchgespielt, oder es liegt in der Ungewissheit der zukünftigen Veröffentlichung.
Lediglich für einen ganz kleinen Moment strahlen sie hell in der Gegenwart, an ihrem Erscheinungstermin und den darauf folgenden Minuten. Doch ehe man’s sich versieht sind sie wieder verschwunden und bestenfalls in den Retro- und Post-Mortem-Kolumnen der Spieleblogs flackern sie noch einmal kurz auf. weiterlesen »

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